Was ist eigentlich der Bologna-Prozess?
Am 19. Juni 1999 beschlossen 29 europäische Staaten im italienischen Bologna, bis zum Jahr 2010 einen einheitlichen Hochschulraum zu schaffen. Internationaler, transparenter und vergleichbarer sollte das Studium werden, damit es Studenten in Zukunft leichter möglich sein würde, während des Studiums das Land zu wechseln. Außerdem sollten sie einen Abschluss erwerben, der im Ausland anerkannt wird.
Dem Treffen ging die so genannte Sorbonne-Erklärung aus dem Jahr 1998 voraus, in der die Bildungsminister Deutschlands, Frankreichs, Italiens und des Vereinigten Königreichs bekundeten, die Hochschulentwicklung gemeinsam zu fördern.
In Bologna wurde dieses Bestreben dann in der sogenannten Bologna-Erklärung verabschiedet. Die Bildungsminister der 29 Länder erklärten sich darin bereit, folgende Punkte durchzusetzen:
- die Einführung eines Systems leicht verständlicher und vergleichbarer Abschlüsse, bestehend aus Bachelor und Master
- eine bessere Anerkennung der Studienleistungen durch ein europaweit einheitliches Leistungspunktesystem, genannt European Credit Transfer System (ECTS)
- die Förderung der Mobilität von Studenten und Wissenschaftlern, dem Austausch der europäischen Hochschulen untereinander
- die Euopäische Zusammenarbeit bei der Qualitätssicherung im Hinblick auf die Erarbeitung vergleichbarer Kriterien und Methoden
- die Förderung der Zusammenarbeit der europäischen Hochschulen bei der Entwicklung von Lehrplänen und Austauschprogrammen
Seither treffen sich die Bildungsminister der Bologna-Staaten alle zwei Jahre, um die Fortschritte zu begutachten und weitere Maßnahmen zu treffen. Im Laufe der Zeit sind etliche Staaten hinzu gestoßen: Mittlerweile sind an dem Prozess 46 Länder beteiligt, darunter alle EU-Mitglieder, aber auch Staaten wie Aserbaidschan, Russland und der Vatikan.
Das bekannteste und umstrittenste Ergebnis des Bologna-Prozesses ist die Umstellung auf das zweistufige Bachelor- und Master-System: So soll der Bachelor nach sechs bis acht Semestern bereits berufsqualifizierend sein. Darauf aufbauend schließt sich der Master an, den Studenten nach weiteren vier Semstern erwerben können.

