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Mitten im Leben

Zusammenziehen

Sie sind schon seit längerem ein Paar und immer noch Feuer und Flamme? In getrennten Betten schlafen Sie schlecht, weil´s ungewohnt leer ist, kalt und einsam? Vielleicht ist es an der Zeit, zusammenzuziehen!? Psychologin Lisa Fischbach von elitepartner.de gibt Tipps, wie die räumliche Fusion ein Erfolg wird.

Wann ist der richtige Zeitpunkt, um zusammen zu ziehen?

Das ist individuell ganz verschieden. Manche sind bereits nach ein paar Monaten dazu bereit, andere erst nach Jahren. Den richtigen Zeitpunkt sollten Paare gemeinsam abwägen und darüber einig sein. Wichtig ist, dass es beide wollen. Also, auf keinen Fall überstürzen, auch nicht, falls sich eine günstige Gelegenheit bietet. Sich vorher auszuprobieren, in dem man längere Zeit zusammen verbringt, vielleicht sogar einen Monat mit großer Tasche einzieht, ist immer erkenntnisreich.

Worauf sollte man bei der Wahl der Wohnung achten?

Besteht die Möglichkeit, sollte eine neue Wohnung bezogen werden. Ein Neustart ist stets besser, als in den bestehenden Haushalt des anderen einzuziehen. Folgende Fragen sollten unbedingt vorher besprochen werden: Wie viel Platz braucht jeder für sein Wohlbefinden, welche Ansprüche hat man an den Wohnraum, an ein eigenes Zimmer? Wie weit zur Arbeit darf die neue Bleibe liegen? Lassen sich diese Fragen nicht zufriedenstellend klären, sollte man überlegen, ob das Zusammenziehen überhaupt oder zum gegenwärtigen Zeitpunkt sinnvoll ist. Es gibt auch Paare, die in getrennten Wohnungen glücklich sind. Und das über Jahre hinweg.

Unter welchen Voraussetzungen kann das „Projekt Zusammenziehen“ gelingen?

Viele Paare unterschätzen die Veränderung, die ein gemeinsames Leben mit sich bringt. Aus Angst vor Konflikten werden bestimmte Themen gerne vermieden. Zum Beispiel, viel Unabhängigkeit jeder persönlich braucht, welche Erwartungen und Bedürfnisse man an das neue Wir hat und welche Bedeutung Ordnung spielt. Ungeklärte Situation wirken sich meist negativ aus und kommen als Problem wieder auf den Tisch.

Stichwort Wohnungseinrichtung: Wie viel Kompromissbereitschaft ist nötig, wie viel gesund?

Für eine gleichberechtige Beziehung ist die Fähigkeit zur Kompromissbereitschaft unabdingbar. Das heißt: Beide Partner sollten ihre Wünsche und Vorstellungen klar äußern können und anschließend verhandeln, zu welchen Abstrichen sie von der ursprünglichen Position bereit sind und was sie in die Waagschale werfen. Das ist ein gemeinsamer Prozess! Die Lösung ist nicht, dass sich einer völlig unterordnet. Das führt nur zu einer Schräglage in der Beziehung. Zuviel Selbstaufgabe und Anpassung lässt irgendwann Unzufriedenheit und Ärger entstehen.

Wie hält man die Liebe trotz räumlicher Nähe am Leben?

Das Wichtigste ist, sich neben dem gemeinsamen Wir ein unabhängiges Ich zu bewahren. Der Anspruch, mit dem Partner alles zu teilen - vom Alltag über Freizeit und Freunde bis hin zu Hobbys - nimmt der Beziehung die Luft zum Atmen. Wer sich Freiheiten lässt, hat sich mehr zu erzählen und erhält die Spannung, die eine Liebe braucht.

Gemeinsames Schlafzimmer oder getrennte Betten?

Die meisten haben das Bedürfnis nach einem gemeinsamen Bett. Doch sind getrennte Schlafzimmer kein Romantikkiller. Sind die Biorhythmen schwer zu vereinen, leidet einer unter Schlafstörungen oder unter Schnarchen, kann ein Schlafzimmer eher zur Belastung werden. Dann sollte man sich für getrenntes Schlafen entscheiden. Gegen spontane Besuche und viel gemeinsamer Zeit im Bett spricht das nicht.

Haushaltskasse oder getrennte Finanzen?

Das ist Geschmackssache oder eine Frage der Gewohnheit. Hier gibt es kein richtig oder falsch, das entscheidet jedes Paar für sich. Hauptsache, beide fühlen sich mit der Regelung wohl. Hilfreich ist, das festgelegte Prozedere immer mal wieder auf Stimmigkeit zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen.

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