Gut vorbereitet!
Sie wollen den Sprung ins Berufsleben meistern und zwar möglichst souverän? Bevor Sie Anzeigenberge durchblättern und einen Haufen Bewerbungen herausschicken, sollten Sie sich ein wenig Zeit nehmen und sich auf die Jobsuche vorbereiten. Unser Tipp: Finden Sie zunächst Antworten auf folgende Fragen:
Wo liegen Ihre Interessen?
Ausgangspunkte können Hobbys sein, private Interessen, Lieblingsfächer in der Schule oder bevorzugte Themen im Studium oder - wenn Sie bereits berufstätig sind - berufliche Aufgaben, die Ihnen Freude bereiten.
Tipp 1: Besprechen Sie mit guten Freunden in einer ruhigen Stunde solche oder ähnliche Fragen: Womit würde ich mich im Beruf am liebsten beschäftigen? Welche Art von Arbeit reizt mich überhaupt nicht? Wie sollte ein Arbeitsplatz aussehen, an dem ich mich wohl fühle? Und: Wo möchte ich möglichst nicht arbeiten? Auf diese Weise können Sie für sich selbst und später auch gegenüber anderen klar sagen, was Sie wollen und - mindestens ebenso wichtig - was nicht.
Tipp 2: Nehmen Sie jetzt Ihre gesteckten Ziele unter die Lupe: Was haben Sie bisher erreicht? Was möchten Sie in den nächsten Jahren erreichen? Was soll möglichst so bleiben? Und was muss sich ändern?
Was haben Sie anzubieten?
Klar, die Schulnoten oder die Leistungen im derzeitigen Job sind die ersten Indizien für Ihre Stärken und Schwächen. Für einen realistischen Blick sollten Sie sich aber nicht mit einer bloßen Momentaufnahme begnügen.
Tipp 1: Überlegen Sie, was Sie sich in den letzten Jahren angeeignet haben: Fertigkeiten, Kenntnisse, Erfahrungen. Übergehen Sie aber ebenso wenig, was Ihnen schon seit Jahren schwer fällt. Wer seine Defizite ausgleichen möchte, muss sie erst einmal erkennen.
Tipp 2: Fähigkeiten lassen sich aber auch aus dem Freizeitbereich ablesen. Haben Sie in einem Verein Aufgaben übernommen, für die man gut mit Menschen umgehen können muss? Sind Sie der Tüftler-Typ, der sich in technische Probleme hineindenkt und diese auch meist löst? Oder sind Sie eher das Organisationsgenie, mit dem kein Freizeitevent zum Reinfall wird?
Um mit der Bewerbung für einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz richtig zu liegen, sollten Sie Ihre Stärken und Schwächen realistisch einschätzen. Fragen Sie andere - Eltern, Freunde, Bekannte, Lehrer, Trainer - wie sie Ihre Persönlichkeit sehen oder was ihnen besonders an Ihrer Person auffällt. Umso effektiver können Sie später im Bewerbungsschreiben und im Vorstellungsgespräch für sich werben.
Wie stehen die Chancen?
Werden Sie zum Detektiv in eigener Sache, besorgen Sie sich so viele Informationen wie möglich - über Berufe und Unternehmen, Ausbildungs- und Arbeitsplätze, Trends und Chancen. Hier einige der besten Info-Quellen:
- Die Agentur für Arbeit in Ihrer Stadt mit dem Berufsinformationszentrum (BIZ), Berufsberatung, Hochschulteams oder Arbeitsvermittlung
- Die für den jeweiligen Beruf zuständige Kammer: zum Beispiel Handwerkskammer oder Industrie- und Handelskammer (IHK), Berufsverbände, Gewerkschaften
- Firmenbroschüren, Stellenanzeigen in Tageszeitungen und Fachzeitschriften
- Im Internet: Homepages von Unternehmen, der Ausbildungsstellen-Informations-Service (ASIS) und der Stellen-Informations-Service (SIS) des Arbeitsamtes und Jobbörsen
- Für Absolventen: Informationsveranstaltungen des AIESEC an den Hochschulen
Je nachdem, in welchem Lebensabschnitt Sie gerade stecken, sollten Sie auch diese Fragen unbedingt klären:
Schüler
Welche Berufe passen zu Ihren Interessen und Fähigkeiten? Welcher Schulabschluss wird von Betrieben erwartet? Wie viele Stellen werden im jeweiligen Beruf angeboten? Wie groß ist die Zahl der Bewerber? Wie sieht es im jeweiligen Beruf mit den Aufstiegsmöglichkeiten nach der Ausbildung aus? Wie hat sich die Branche in den vergangenen Jahren entwickelt?
Azubis und Fachkräfte
Welche Jobs kommen mit Ihrer beruflichen Qualifikation in Frage? Was erwarten Betriebe, die entsprechende Arbeitsplätze anbieten, darüber hinaus? Wie viele Stellen werden angeboten? Wie groß ist die Zahl der Bewerber, also die Nachfrage? Wie sieht es mit Aufstiegsmöglichkeiten nach der Einarbeitung aus? Wie hat sich die Branche in den vergangenen Jahren entwickelt?
In jedem Fall sollten Sie für jede Bewerbung Informationen über das jeweilige Unternehmen sammeln: Produkt- oder Leistungsangebot, Zahl der Auszubildenden bzw. Mitarbeiter, wirtschaftliche Entwicklung in jüngster Zeit, Niederlassungen im In- und Ausland. Wer derlei Fakten parat hat und bei Bedarf ins Anschreiben oder Vorstellungsgespräch einfließen lässt, kann damit jede Menge Pluspunkte sammeln.
Informationen sind wichtig. Aber gesammelte Informationen sind noch keine Entscheidung! Sie müssen erst nach Ihren individuellen Voraussetzungen, Wünschen und Möglichkeiten sortiert werden. Für den einen hat die Höhe des Einkommens absolute Priorität, selbst wenn der Arbeitsplatz am anderen Ende Deutschlands liegt. Der andere würde ein geringeres Einkommen in Kauf nehmen, wenn er dafür einen Arbeitsplatz nahe seinem Wohnort findet.

